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Erfahrungsbericht ĂĽber den Aufbau eines Pavillons


Artikelnummer: 9980235H
Mit Holzschindeln gedeckter Pavillon aus Bankirai und Palmenholz
Außenmaß der Grundfläche: 2,50m x 2,50m
Außenmaß der Dachfläche: 3,50m x 3,50m

Mit Holzschindeln gedeckter Pavillon aus Bankirai und Palmenholz

Die Anlieferung

Pavillon nach der Anlieferung
Bei der Anlieferung war in unserem Fall Hilfe beim Abladen notwendig, da der Fahrer die zum Teil doch recht schweren Teile nicht alleine abladen konnte.
Meine Frau empfiehlt auf jeden Fall, Arbeitshandschuhe anzuziehen.

Was wurde im Wesentlichen benötigt?

  • 2 stabile Bockleitern (als Träger für die Laufbohlen im unteren Bereich
  • 3 lange Leitern (erspart das ständige Umstellen von innen nach außen)
  • Laufbohlen
  • 2 Akku- Bohrschrauber (erspart das ständige Umspannen und das Kabelgewirr von elektrischen Maschinen)
  • 3-4 stabile Schraubzwingen
  • 1 langen Bohrer Ø 5mm
  • Bohrer verschiedener Größen (nach Bedarf)
  • Elektrische Schlagbohrmaschine für das Anbringen der Winkel am Fundament
  • Schraubenschlüssel für die Sechskantschrauben

Eckfundamente oder Bodenplatte?

Grundsätzlich ist richtig, dass Eckfundamente wegen der stabilen Bodenkonstruktionshölzer ausreichend sind.
Wir haben uns trotzdem für eine Bodenplatte entschieden.

Als Vorteil sehen wir:

Kein Bewuchs von unten, der Boden schwingt nicht, da alle Bodenhölzer praktisch voll aufliegen (auch bei stabilen Bodenhölzern ist bei Eckfundamenten mit einem leichten Schwingen des Bodens zu rechnen).
Von einem anderen Pavillonbesitzer weiß ich, dass dort (Eckfundamente) der Fußboden sehr früh eingelegt wurde, um einen besseren Stand der Leitern zu gewährleisten. Der Fußboden war dann nach dem Aufbau doch wohl an einigen Stellen ramponiert. (Es fällt doch einmal etwas Schweres herunter.)
Wir konnten den Fußboden wegen der Bodenplatte zuletzt einlegen.

Zu den Fundamenten

Ein Außenmaß der Eckfundamente, bzw. der Bodenplatte von 2,50m x 2,50m ist völlig ausreichend, da die unteren Bodenbalken etwas eingezogen sind und damit ausreichend aufliegen.
Die Bodenplatte wurde wie folgt ausgeführt:
Die Bodenplatte wurde nach dem Einschalen ca. 10cm dick aus Fertigbeton geschüttet (Gartenbaubetrieb). An den Außenkanten wurde vorher zusätzlich ein angedeutetes Streifenfundament von ca 15cm x 15cm gegraben.
In die Bodenplatte wurde zur Vermeidung von Rissen eine verzinkte Estrichmatte eingelegt.
Der Aufwand für eine Bodenplatte ist zwar etwas größer und teurer, aber, ich glaube, es lohnt sich.
Entscheiden Sie selbst.

Zu den Schrauben

Es wurden im Wesentlichen folgende Senkkopfschrauben verarbeitet:

Ø 5x  60mm (im Wesentlichen für die Dachblenden)
Ø 5x100mm
Ø 5x120mm

Scheiben der Spenglerschrauben Ø 4,5x15 mm (dazu später mehr).

Versuchen Sie es nicht mit Kreuzschlitzschrauben, die "gniedeln" nur über, da das Bankiraiholz recht hart ist. Torxschrauben sind unerlässlich. Besonders bewährt haben sich Schrauben der Firma Reisser mit der Bezeichnung DNS Plus. Noch etwas Fett an die Schraubenspitze und das Eindrehen geht dann recht gut.
Nur als Tipp für nicht ganz so Versierte: nie durch zwei zu verbindende Teile schrauben, immer das anzuschraubende Teil im Schraubendurchmesser vorbohren. Die Verschraubung zieht sonst nicht!

1. Schritt

Packen Sie alle Teile aus, sortieren Sie diese nach baugleichen Teilen und lagern Sie diese möglichst schon nach den Buchstaben A-B-C-D (alle Einzelteile sind nummeriert). Das erspart später ständiges Suchen und Verwechselungen.
Die Nummern A-B-C-D ziehen sich immer gleich von der untersten Ecke bis zum Dach hoch. Alle anderen Nummern sind Hilfsnummern, die eigentlich selten gebraucht wurden, es sei denn, die Hauptnummer fehlt oder ist unleserlich.

Die Bodenhölzer

Betonfundament und Bodenhölzer

Legen Sie zuerst die Bodenhölzer aus.
Wichtig! Achten Sie unbedingt darauf, wo laut Nummer (A-B-C-D) die Geländer, bzw. eine Rückwand vorgesehen sind!
(Ein 3. Geländer, bzw. Rück- oder Seitenwände können zusätzlich bestellt werden).
Entsprechend dieser Nummerierung muss die Unterkonstruktion in die richtige Richtung gebracht werden. Dann werden die Bodenelemente ausgewinkelt, d.h. die beiden Diagonalen müssen das gleiche Maß haben.

Untere Senkrechtstützen

Aubau der unteren Senkrechtstützen
Die Senkrechtstützen werden aufgestellt und mit den in der Kiste der Krone mitgelieferten Schrauben befestigt.
Dann wurden die oberen Querballen aufgelegt.

Das Geländer

Aufbau des Geländers

Da alles noch sehr wackelig war, haben wir auch zur Stabilisierung die Geländer angebracht.
(Das 3. Geländer wurde zusätzlich bestellt.)

Die Unterkante der Geländer sollte ca. 8cm über dem Fußboden liegen, damit man den Fußboden später einlegen, bzw. herausnehmen kann.

Äußere Deckbalken

Aufbau der äußeren Deckbalken

Die äußeren Deckbalken für die Bodenkonstruktion wurden angeschraubt.

Die Bodenbefestigung

Detail der Pavillon-Bodenbefestigung
Die Bodenkonstruktion wurde gegen Windlast mit vier stabilen Winkeln an der Fundamentplatte befestigt.

Obere Säulenkonstruktion

Aufbau der oberen Säulenkonstruktion
Auf den Bockleitern werden die oberen Senkrechtbalken auf die Querträger "aufgefädelt".

Oberere Säulenkonstruktion Bild 1

Oberere Säulenkonstruktion Bild 2

Oberere Säulenkonstruktion Bild 3

Oberere Säulenkonstruktion Bild 4

Bockleitern mit Laufbohle
Bockleitern mit Laufbohle

Sicherung der oberen Querbalken
Sicherung der oberen Querbalken

Zur zusätzlichen Stabilisierung wurden die oberen Auflagebalken mit den unteren mit jeweils zwei Schrauben verschraubt.

Die weitere Montage

Auf Laufbohlen kann man sich oben sehr gut bewegen.
Auf Laufbohlen kann man sich oben sehr gut bewegen.

Aufbau der oberen Säulenkonstruktion - Bild 5

Verschraubung obere Senkrechtbalken

Verschraubung der oberen Senkrechtbalken

Die oberen Senkrechtbalken und die Querbalken waren nicht gebohrt, auch Schrauben waren nicht dabei. Die genaue Lage war aber durch Bleistiftstriche markiert.
Als Verbindung haben wir eine M 10 x 120mm Schlossschraube und eine Edelstahlhutmutter und entsprechende U-Scheibe gewählt (sieht einfach schön aus).

Gesamtdauer des Aufbaus bis hierhin ca. 6 Stunden mit zwei Mann.

Der Richtkranz

Anbringung des Richtkranzes

Der Richtkranz selbst
Der Richtkranz von meinem Helfer und Nachbarn und Frau war eine Überraschung.
Wir haben uns sehr darüber gefreut.


Die Dachkonstruktion

Die Dachkontruktion (noch am Boden)
Die oberen Dachträgerleisten werden mit dem obersten Firstklotz verschraubt.

Achten Sie darauf, dass die Leisten über die Ecken des Vierkants verlaufen (auf dem Bild ist das noch falsch. Wir haben ihn später noch einmal gedreht und neu befestigt.)

Die Dachträgerleisten werden über Eck angeschraubt.
Die Dachträgerleisten werden über Eck angeschraubt.


Die unteren Dachträgerleisten werden angeschraubt.

Das obere Dach wird von innen verschraubt. (Grundsätzlich wurden alle Dächer von uns nur von innen verschraubt.)

Detail untere Dachelemente

Bei allen Dachteilen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sowohl die Eckgärung wie auch die Mittelverbindungen der Blenden (untere Dachelemente) gut passen.
Alles andere muss ggf mit Schraubzwingen hingedrückt werden.

Dachaufbau

Wir haben vorsichtshalber auf der ersten Seite des Pavillons das obere und dann das untere Dach befestigt. Wir waren nicht sicher, ob das obere Dach beim Anbringen des unteren Daches stört. Das war keinesfalls der Fall.

Empfehlung:
Immer erst das obere Dach komplett mit Eckreitern und Krone montieren. Man kann sich dann noch über die Laufbohlen sehr gut bewegen.
Erst dann mit dem unteren Dach beginnen.

Letzte Arbeiten am Dach

Befestigung der
Befestigung der "Krone"

Die Befestigung der "Krone"

Da wir keine vorgesehene Lösung für die Befestigung der "Krone" erkannt haben, haben wir folgenden Weg gewählt:
Die "Krone" wurde grob ausgerichtet, die Lage der vier Eckdachreiter wurde am unteren Radius der "Krone" angezeichnet. Dann wurden 4 x Ø 7mm Löcher gebohrt.
Das geht sehr leicht. Der Akku – Bohrer und ein normaler HSS Bohrer reichen, da das Material sehr weich ist.
Das Loch wurde bewusst so groß gewählt, um unnötige Spannungen zu vermeiden.
Die "Krone" wurde dann durch Unterlegscheiben aus Kunststoff genau ausgerichtet und mit vier Schrauben und den 4 x 15mm Spenglerscheiben mit mäßigem Druck angeschraubt (Bruchgefahr!). Zusätzlich wurde der Spalt zwischen "Krone" und den oberen Dachschindeln mit Silikon ausgespritzt.

Die Eckdachreiter

Die Befestigung der Eckdachreiter erfolgte mit Ø 5 x 120mm Senkschrauben. Als Unterlegscheiben wurden wieder die Spenglerscheiben verwendet.
Wer sie nicht kennt: Spenglerschrauben sind Schrauben für die Befestigung von Blechteilen an Fassaden und Dächern. Sie bestehen in der Regel aus Edelstahl.
Auch die Unterlegscheibe ist aus Edelstahl und hat eine Vertiefung für den Senkkopf.
Unter der Scheibe liegt eine Gummischeibe, die das Bohrloch wasserdicht verschließt. Die Spenglerschraube habe ich nur in einer Abmessung von max. Ø 4,5 x 80mm gefunden, Scheibe Ø 15mm (es gibt sie auch kleiner). Die Schrauben sind für die Dachreiterbefestigung zu kurz. Man muss sie also durch die Ø 5 x 120mm ersetzen. Das Loch der Scheibe ist für die Ø 5mm Schraube aber groß genug.
Das Ganze sieht gut aus und das Bohrloch ist wasserdicht verschlossen.

Das untere Dach

Das untere Dach

Das untere Dach wird in gleicher Weise komplett montiert. Die Montage des unteren Daches ist aber insgesamt etwas schwieriger.
Zum Einen ist es an der Grenze des Machbaren die doch recht schweren Dachhälften mit 2 Mann über Leitern nach oben zu heben, das Dach auszurichten, zu halten und anzuschrauben. Hier sollte unbedingt eine dritte Person zur Verfügung stehen, auch wenn sie nur Festhalte – oder Zureicharbeiten erledigen kann.

Vorschlag für die Herstellung:

Es wäre meines Erachtens sehr hilfreich, wenn bei der Herstellung jeweils an den Außenseiten der senkrechten inneren Dachleisten kleine "Hilfsklötze" angebracht werden könnten, die auf dem mittleren Querträger aufliegen. Das Dach wäre dann in der Höhe fixiert und könnte auch nicht mehr ständig herunterrutschen. Nach der Montage könnte man die "Hilfsklötze" einfach entfernen.

Das Nagelproblem

Das Nagelproblem - Detail
Als nicht sehr schön haben wir das "Nagelproblem" empfunden.

Offensichtlich wird das Dach so aufgebaut:

Der Pavillon wird komplett aufgebaut und die Dachträgerleisten werden angenagelt. Dann wird die geflochtene Bambusmatte aufgelegt, es folgt eine alu-kaschierte Folie und die Holzschindeln werden angebracht. Anschließend wird das Dach inkl. der Nägel wieder abgenommen.

Die Nägel stecken also noch in den Dachträgerleisten. Man bekommt sie auch nicht mehr heraus, weil der Nagelkopf unter der Dacheindeckung liegt. Es bleibt nur, das herausstehende Nagelende zu entfernen.

Da, wo genagelt wurde, müsste nun von innen geschraubt werden. Kein vernünftiger Handwerker würde versuchen, die Nägel wieder gerade zu biegen und als Befestigung wieder einzuschlagen. Es würde auch nicht ausreichend halten.

Da die Dachelemente teilweise etwas verzogen sind, müssen sie, wie schon gesagt, teilweise mit Schraubzwingen in ihre Lage gedrückt werden. Da macht das Annageln mit den vorhandenen Nägeln überhaupt keinen Sinn. Man muss also teilweise etwas "durch die Brust ins Auge" bohren, bzw. schrauben.
Hier wäre eine andere Lösung wünschenswert.

Sollten Sie zum Bohren spezielle Holzbohrer verwenden (eigentlich empfehlenswert), tun Sie es an diesen Stellen nicht. Sie treffen garantiert einmal den Restnagel und der Holzbohrer ist hin.

Schließen der mittleren Dachnaht durch Einschieben von Schindeln

Nach der Dachmontage wird die Mitte des unteren Daches durch Einschieben der (reichlich) mitgelieferten Schindeln geschlossen.
In der Regel stoßen die Schindeln gegen die Querlattung bevor sie ganz eingeschoben sind. Nicht absägen, sondern mit einem kleinen Schraubendreher die Schindel vorsichtig anheben und dann über die Querlattung schieben.
Das Annageln der Schindeln erwies sich als etwas schwierig, da das Dach doch sehr federt. Wir haben deshalb ein elektrisches Klammergerät mit Edelstahlklammern gewählt. Wenn Sie ein solches nicht zur Verfügung haben, sollte jemand von innen mit einem schweren Hammer oder Ähnlichem gegenhalten.

Der Fußboden

Der Fußboden
Zum Schluss wurde der Fußboden lose eingelegt. Er passte perfekt.

Fazit

Insgesamt ist der Pavillon ein sehr solides in Handarbeit gefertigtes Objekt.
Ärgerlich ist nur das Nagelproblem und hilfreich wären die "Hilfsklötze" für das untere Dach.

Für den kompletten Aufbau benötigten wir ca. drei Tage mit zwei Mann.

Ich erhebe natürlich keinerlei Anspruch darauf, dass es so gemacht werden muss, wie wir es gemacht haben.

Diese Dokumentation soll lediglich unsere Vorgehensweise, bzw. Erfahrung wiedergeben. Vielleicht finden Sie ja auch den einen oder anderen nützlichen Tipp.

Wir hatten jedenfalls viel Freude beim Aufbau und natürlich ist der Pavillon ein schöner "Hingucker".
Übrigens: ich hatte bisher keinerlei Erfahrung mit Palmenholzschindeln, obwohl sie völlig unbehandelt sind, nehmen sie offensichtlich kaum Wasser auf. Sie sind nach einem Regenschauer sehr schnell wieder trocken.
Das gesamte Dach ist absolut regendicht. Bei Schlagregen wird es natürlich innen im Pavillon nass.

Der eingerichtete Pavillon
Der eingerichtete Pavillon


Kontaktdaten

Beim Aufbau bin ich natürlich nicht zu sehen, da ich den Ablauf fotografieren musste.

Peter van Afferden

Übrigens: rechts hinten sehen Sie eine Granitpagode und rechts vor dem Pavillon eine Steinlaterne, ebenfalls von der Firma Anthurium.

Peter van Afferden
24848 Kropp

Telefon: 04624 / 80 21 38
e-mail: vanafferden@t-online.de

Für eventuelle Kontakte stehe ich gern zur Verfügung.

Kropp, im Juni 2011

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